Fahrradschlauch – Infos und Tipps

13. Dezember 2022

Fahrradschlauch – Infos und Tipps

Bei einem Fahrradschlauch handelt es sich um ein Behältnis, welches mit komprimierter Luft gefüllt ist. Er dichtet den Luftriemen von innen heraus gegen den Verlust von Druck ab. Zudem stellt er einen Teil der Fahrradbereifung dar und wird aus Butyl gefertigt. Früher bestanden Fahrradschläuche auch aus Gummi.

Als Erfinder des Fahrradschlauchs gilt John Boyd Dunlop. Am 7. Dezember 1888 meldete er den mit Luft gefüllten Gummireifen zum Patent an. 1889 entwickelte Édouard Michelin für die Fahrräder einen Gummireifen mit Luftschlauch, der austauschbar war. Doch bereits 1839 erfand Charles Goodyear den Hartgummi sowie die Vulkanisation des Kautschuks, die später als Grundlage für die Fahrradbereifung dienten. Robert William Thomson, ein Schotte, ließ sich im Jahr 1845 Tierdärme, die mit Luft gefüllt waren, als Reifen patentieren.

Aus Butyl bestehende Schläuche sind ein wenig schwerer als Gummischläuche, sehr günstig herzustellen, sehr luftdruckstabil und weniger empfindlich gegen Hitze. Gummischläuche haben hingegen einen geringeren Rollwiderstand und ein geringeres Gewicht, verlieren jedoch schnell an Luft und sind zudem sehr hitzeempfindlich. Zudem ist ihre Herstellung kostenintensiver, als die von Butylschläuchen. Seit neustem gibt es aber extra leichte Butylschläuche, die sogar weniger Wiegen, als solche aus Gummi. Da ihre Wandstärke jedoch sehr gering ist, sind sie luftdruckinstabiler als die normalen Butylschläuche.

Damit die Schläuche nicht mit dem Felgenband oder dem Fahrradmantel, beziehungsweise Schlauchinnenwände nicht miteinander verkleben, werden sie in der Regel außen und innen mit Talkum versehen. Mithilfe von Kompressoren oder Luftpumpen werden die Schläuche auf einen bestimmten Luftdruck gebracht.
Neben Felgen, Speichen und Nabe benötigen Reifen mit Schlauch außerdem ein Felgenband und einen Fahrradmantel. Die Nippellöcher oder Nippel werden durch das Felgenband abgedeckt und zudem vor Beschädigungen geschützt.

Der perfekte Luftdruck liegt bei zwei Bar. Mit weniger oder mehr sollte man auf keinen Fall mehr fahren. Andernfalls könnte der Schlauch durch Stöße zwischen Fahrbahn und Felge durch den Mantel hindurch zerquetscht werden. Welcher Luftdruck maximal zulässig ist, sollte jedoch auf dem Mantel angegeben sein. Verformt sich der Mantel unregelmäßig, so wurde dieser wohl überschritten. Ist der Luftdruck zu gering, so muss vom Fahrer unnötig Energie aufgewendet werden, damit der Mantel sich verformt. Diese Energie kann gespart werden, wenn vor dem Antritt der Fahrt der Luftdruck kontrolliert wird.

Intakte Schläuche verlieren durch Diffusion an Qualität. Schläuche mit geschraubten Ventilsitz und geklebte Schläuche verlieren durch Alterung schneller an Luft. Bei nahtlos vulkanisierten Schläuchen ist das anders.

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Es gibt seit einigen Jahren zudem schlauchlose Reifen. Diese benötigen keinen herkömmlichen Schlauch mehr, denn sie bilden eine dichte Luftkammer zwischen Felge und Reifen. Bislang setzt sich diese Art von Reifen jedoch nicht beim Fahrrad durch. Ist der Schlauch lediglich durch eine Punktion geschädigt, so kann der Radfahrer ihn schnell reparieren. Hierfür werden spezielle Sets zur Fahrradschlauch-Reparatur (Flickzeug) gemeinsam mit Lösemittel enthaltenden Klebern angeboten. Gemeinsam mit dem richtigen Werkzeug für die Demontage von Mantel und Laufrad ermöglichen diese auch unterwegs eine Reparatur.

An Fachgeschäften und entlang von Touristenstrecken sind Fahrradschläuche inzwischen auch aus extra Automaten erhältlich.
Etwa seit dem Jahr 1995 werden üblicherweise sogenannte Gruppenschläuche genutzt. Diese decken einen weiteren Einsatzbereich ab, als Schläuche mit nur einer Größe, wie sie vorher üblich waren.

Prinzipiell ist es wichtig, Schläuche zu verwenden, die vor allem vom Durchmesser her passen. Schläuche die zu kurz sind, einen falschen Raddurchmesser beziehungsweise Umfang haben, lassen sich nur schwer montieren. Schläuche die vom Durchmesser her zu klein sind, lassen sich montieren, überdehnen dabei allerdings. Zu große Schläuche hingegen lassen sich in den Reifen einführen, erhöhen dabei jedoch das Pannenrisiko, da sie während des Betriebs in Falten liegen. Des weiteren sollte man darauf achten, dass ein Fahrradschlauch mit einem passenden Fahrradventil benutzt wird. Die Stabilität der Felge wird beeinträchtigt, sobald zum Verwenden eines größeren Ventils das Felgenloch aufgebohrt wird. Obendrein führt es außerdem zum Verlust der Garantie.

Sollte es, aus welchem Grund auch immer, nötig sein, den Fahrradschlauch eines Fahrrads zu wechseln, so ist es stets der erste Schritt, das betroffene Rad abzumontieren. Mit einem Schnellspanner sollte das leicht gelingen. Ist dieser nicht vorhanden, so wird ein Schraubenschlüssel genutzt um die Befestigungsmuttern zu lösen.
Ist im Schlauch noch Luft vorhanden, so wird diese herausgelassen, sobald das Rad abgenommen wurde. Nun ist es am geschicktesten, den Mantel unter Zuhilfenahme eines speziellen Reifenhebers von der Felge zu lösen. Man kann auch einen anderen stumpfen Gegenstand dafür benutzen, jedoch darf dieser auf keinen Fall spitz sein.
Wurde nun der Mantel herunter genommen, so kann zum Schlauch übergegangen werden. Zuerst schraubt man dafür die Ventilschutzkappe herunter. Dann wird das Ventil vorsichtig durch die Felge geschoben. Anschließend kann der Veloschlauch vollständig von der Felge getrennt werden.

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Wichtig ist es, dass die Innenseite des Mantels gereinigt wird, bevor ein neuer Schlauch oder auch der geflickte alte Schlauch wieder auf die Felge montiert wird. Auf keinen Fall sollten kleine Steinchen oder andere Dinge darin sein. Sonst ist es möglich, dass der neue oder geflickte Schlauch später aus genau diesem Grund wieder kaputt geht.
Bevor der zu montierende Veloschlauch über die Felge gezogen wird, muss er erst noch leicht aufgepumpt werden. Anschließend wird das Ventil durch die für es vorgesehene Öffnung durchgezogen sowie befestigt.

Es folgt nun der schwierigste Teil. Denn jetzt muss der Mantel aufgezogen werden. Hierfür sollte man unter allen Umständen die Nerven bewahren.
Wichtig ist hierbei, den Schlauch unterhalb des Mantels zu bringen. Eine ideale Hilfe stellt in dem Fall der Reifenheber dar. Der Mantel kann immer wieder ein wenig geknetet und bearbeitet werden, damit der Schlauch am Ende auch optimal sitzt. Ist es endlich geschafft, so kann und sollte man den Veloschlauch etwas aufpumpen. Danach müssen einzelne Stellen mit der Hand korrigiert werden. Sitzt am Ende alles so wie es soll, kann man den Schlauch vollständig aufpumpen. Anschließend darf nicht vergessen werden, die Ventilschutzkappe wieder rauf zuschrauben, sowie das Rad zu montieren.

Beim ersten Mal handelt es sich beim Wechseln eines Schlauchs nicht gerade um die leichteste Angelegenheit, aber wenn man irgendwann ein wenig Übung hat, so stellt sich in der Regel eine Routine ein, mit der der Wechsel leichter von der Hand gehen sollte.

Beachtet werden sollte unter allen Umständen das die richtige Größe für den Fahrradschlauch bekannt ist. Nur dann lässt sich ein passender Ersatzschlauch finden und somit das Problem beheben. In der Beschreibung beim Fahrradkauf ist in der Regel eine Zollangabe vorhanden. Dieser Wert ist enorm wichtig.
Zudem sollten die Informationen, welche auf dem Mantel stehen, sowie der Reifen genau betrachtet werden. Neben dem Fabrikat, ist auf diesem auch die Größe vermerkt. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Zahl zwischen 22 und 28. Dabei kommt es ganz auf die Größe des Schlauches und damit auch des Rades drauf an.
Das Rad sollte solange gedreht werden, bis die Zahl lesbar ist.

Leider sind die Größenangaben teilweise irreführend und recht ungenau (ein 28-Zoll-Reifen ist für kleinere Felgen gemacht, als ein 27-Zoll_Exemplar). Aus diesem Grund hat man ein genaueres System entwickelt, und zwar die sogenannte ETRTO-Norm (lang: European Tyre And Rim Technical Organisation). Die Abmessungen werden bei diesem in Form von Reifenbreite-Felgendurchmesser angezeigt. Ein Reifen mit einer Felge, welche einen Durchmesser von 622 mm hat und an sich eine Breite von 40 mm umfasst, würde die Angabe dann 40-622 lauten. Hierbei handelt es sich im Übrigen um 28-Zoll-Tourenrad.

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Reifenbreite und Felge sollten unter allen Umständen zueinander passen. Bei einem zu breiten Reifen besteht die Gefahr, dass es durch eine zu starke Walkarbeit zur Belastung der Reifenflanken kommt, beziehungsweise, dass ein zu hoher Reifendruck entsteht, die Felgen so belastet werden und somit Schäden entstehen.
Ist der Reifen hingegen zu schmal, hält er sich nur schwer auf der Felge. Der Reifen dreht den Schlauch mit, wodurch er sich beim Bremsen gegebenenfalls auf der Felge drehen kann, was unweigerlich zu einem Abreißen des Ventils führen würde.

All dies sind Möglichkeiten, um die richtige Schlauchgröße zu ermitteln.
Sie stellt ohne Frage ein wichtiges Merkmal dar, wenn es um den Kauf eines Ersatzes geht, jedoch ist die Aufbereitung des Fahrradschlauchs genauso wichtig. Bei einem falschen Ventil könnte es Probleme geben, wenn Luft aufgepumpt werden soll.
Die richtige Variante des Fahrradventils ist also auch zu beachten.
Anhand der richtigen Schlauchgröße sowie des Modells des Fahrrads ist es möglich beim Fachhändler schnell einen passenden Ersatz zu finden. Im Notfall kann zum Abgleich auch einfach der alte Schlauch mitgenommen werden.

Wichtig ist es, dass die Fahrradbereifung absolut funktionstüchtig ist. Ansonsten kann im Straßenverkehr nicht für die eigene Sicherheit garantiert werden.
Neben der passenden Größe des Fahrradschlauchs sollte daher auch auf den Mantel geachtet werden. Dieser darf auf keinen Fall zu stark abgefahren sein.
Ein anderes Zeichen für Verschleiß sind die Risse an den Reifen. Ist das der Fall, so sollte der Mantel auf der Stelle gewechselt werden.
Ist man sich sicher den richtigen Typ an Ventil und die richtige Größe des Fahrradschlauchs zu kennen, so kann man beim Kauf des Ersatzschlauches eigentlich gar nichts mehr falsch machen.
Generell ist es ratsam das Reparieren oder wechseln des Fahrradschlauchs zu Hause zu vollziehen. Jedoch sollte auch auf einer Tour stets ein Fahrradschlauch mitgenommen werden, um auch unterwegs für den Notfall gewappnet zu sein.
An sich ist jeder Laie in der Lage, einen Fahrradschlauch zu wechseln.

 

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